Technisches Museum der Bandweberei

 Museum
Dauerausstellung
Video
Motorenschau am 22. Mai
Webstuhl

Die hiesige Bandindustrie ist ein traditioneller Industriezweig, der auf eine über 330-jährige Entwicklung zurückblicken kann. Er prägte das wirtschaftliche Profil der Region und erlangte Bekanntheit in ganz Deutschland und weit über seine Grenzen hinaus.

Erleben Sie in unserem Museum die Geschichte der Bandweberei vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart!

Besonders beeindruckend sind die Vorführungen an voll funktionierenden historischen Maschinen.

Wir zeigen Ihnen die Entwicklung der Bandweberei vom einfachen Handwebstuhl von 1680 bis zum modernen Webautomaten. Darüber hinaus erhalten Sie Einblicke in die Vielfalt historischer Bänder, Bandmuster und Konfektionsartikel.
 

Geschichte: kurz & knapp

Mittels moderner Mediatechnik können Sie sich über die Geschichte der Bandfabriken informieren. Dank der Aufgeschlossenheit hiesiger Unternehmer gegenüber dem technischen Fortschritt avancierte Großröhrsdorf bereits Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum der Band- und Gurtweberei im ostsächsischen Raum. 1834 stellte Carl Gottlob Boden den ersten Jacquardwebstuhl zur Herstellung kunstvoll gemusterter Bänder auf. Nach 1945 befassten sich 68 Klein- und Mittelbetriebe in den Orten Großröhrsdorf, Pulsnitz und Ohorn mit der Bandweberei. Hinzu kamen zahlreiche Bandwebereien und Heimweber im Umland. Bis 1978 wurden alle regionalen Betriebe der Bandindustrie im ehemaligen VEB Bandtex als Großbetrieb zusammengefasst. Das Wendejahr 1990 ermöglichte einigen Bandwebereien den Neustart unter marktwirtschaftlichen Bedingungen.
 

Unser Tipp:

Ein besonderes Ausstellungsstück ist die Einzylinder-Dampfmaschine aus dem Jahr 1896. Sie war bis 1970 in der ehemaligen Kordel- und Litzenfabrik A. C. Boden in Betrieb.

Dampfmaschine
Wäschemangelzoom

„Die drehen die ganz schön durch die Mangel“

Keine Angst, hier wird keinem hart zugesetzt. Mit DIE sind die historischen Maschinen – die Mangeln – gemeint, die ab dem 8. Juni im Technischen Museum der Bandweberei Großröhrsdorf in einer Sonderausstellung zu bewundern sind. Und was drehen DIE durch die Mangel? Genau – Wäsche und zwar wie zu „Großmutters Zeiten“.
Noch vor wenigen Jahrzehnten, vor Spannbettlagen und Papiertischdecken, wurden  Tisch- und Bettwäsche gut gepflegt und vor allem mittels sog. Wäschemangeln geglättet.  Die einfache Wäschemangel  bestand aus einem Holzgerüst, an dem zwei hölzerne Walzen übereinander   befestigt waren. Durch diese Walzen - die nur in einem sehr geringen Abstand voneinander entfernt waren- wurde die Wäsche  „durchgezwängt“, was einen Bügeleffekt zur Folge hatte. Musste hier noch die Antriebskurbel  für die Drehung der Walzen per Hand betrieben werden, gab es später auch Mangeln mit Elektroantrieb. Neben den Zweiwalzenmangeln erreichte man mit der Dreiwalzenmangel eine bessere Glättung und auch schöneren Glanz bei der Wäsche. Und damit auch alles „glatt“ ging, sich also keine Falten legten, wurde die Wäsche auf ein Rolltuch gelegt und fest um die Walzen gewickelt.
Eine historische Vorführung an verschiedenen Mangeln – angefangen von der Handmangel, über die Standmangel, Schiebemangel bis hin zur Kastenmangel mit Elektroantrieb – können Besucher in der Kulturfabrik Großröhrsdorf erleben.
Sonderausstellung „Wäschemangeln wie zu Großmutters Zeiten“ ab dem 8. Juni 2013 14:00 Uhr im Technischen Museum der Bandweberei, Kulturfabrik Großröhrsdorf (Schulstraße 2).

„Von der Wiege bis zur Bahre – Bänder braucht man in jeder Lage“ sagt Bernd Hartmann am Ende des Interviews. Jahrzehnte hat er in der Bandweberei gearbeitet. Nach der Wende musste er zusehen, wie viele Betriebe Pleite gingen – und hat sich gemeinsam mit Anderen für die Einrichtung eines Museums stark gemacht. Mit Erfolg: Es bewahrt ein Stück Identität einer ganzen Region.

Bernd Hartmann - Webermeister
Redaktion, Filmmaterial, Schnitt, Produktion: Cornelia Munzinger-Brandt
Fotos: David Brandt
© Cornelia Munzinger-Brandt und David Brandt

Technisches Museum gewährt Einblick in die frühe Motorengeschichte

Das Technische Museum bereitet gerade eine Sonderausstellung vor. Der Museumsverein will in diesem Jahr mit seiner Sonderausstellung Einblick in die frühe Motorengeschichte gewähren.  Im Innenhof der Kulturfabrik sollen etwa 15 funktionierende Motoren aus der Zeit zwischen 1920 und 1935 veranschaulichen, wie die Motorisierung im Übergang von der Dampfmaschine zum Verbrennungsmotor gelang.
Damit es sich auch wirklich bewegt, werden die Motoren jetzt getestet. Dafür rollten Gunter Tille und Reno Pusch in den vergangenen Tagen unter anderem einen rund 900 kg schweren Dieselmotor auf Rädern vor die Tür des Technischen Museums. Es sind nur ein paar Handgriffe und ein paar Tropfen Öl notwendig, dann greift Reno Pusch vom Museumsverein schon zur Kurbel und wirft die Maschine an. Die Maschine ist ein Dieselmotor aus den 1930er Jahren, hergestellt im Prager Slavia-Werk und trägt den stolzen Namen „Original Triumph“. Der Motor steht normalerweise im Museums-Fundus. „In kleinen Gewerbebetrieben sind solche Motoren früher als Antrieb für Drehbänke, Webstühle und andere Maschinen genutzt worden“ erklärt Museumsmitarbeiter Gunter Tille. Auf den Rädern konnten sie immer an den Ort gerollt werden, wo sie gerade gebraucht wurden. Auch Strom wurde mit solchen Motoren erzeugt und mit den größeren Modellen sogar ganze Fabriken versorgt.
Ein solches steuert Reno Pusch aus der eigenen Sammlung bei. Drei Tonnen bringt der Motor aus der Motorschmiede von Christoph und Unmack auf die Waage. Mit dem Tieflader muss das Schmuckstück zum Museum gebracht werden. Der Motor rostete an der Schlossmühle in Radeberg viele Jahre im Rasen. Nach der Bergung möbelte Reno Pusch gemeinsam mit einem Freund ihn wieder auf. Die Leidenschaft für gewaltige Motoren hatte den Großröhrsdorfer 2011 gepackt. Damals stellte das Technische Museum der Bandweberei Miniaturmotoren aus. In Gesprächen am Rande und durch Freunde sei er dann auf die großen Brüder gekommen.
Die Exponate zur aktuellen Sonderausstellung kommen weitgehend aus privaten Sammlungen. Am 22. Mai, zum Museumstag, werden sie von 10 bis 17 Uhr zu sehen und zu erleben sein. Denn in Aktion sind solche Maschinen schließlich besonders eindrucksvoll. Musikalisch umrahmt wird der Nachmittag durch die Band „Hut ab!“ der Musikschule Großröhrsdorf. Mit kühlen Getränken, Kaffee und Kuchen ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Der Eintritt ist frei!

Technisches Museum, Motorenschau, Pusch

Öffnungszeiten

Dienstag bis Donnerstag
14.00 bis 18.00 Uhr 

jeden 1. und 3. Sonntag im Monat
14.00 bis 17.00 Uhr

  Auch außerhalb der regulären
  Öffnungszeiten sind Führungen für
  Gruppen möglich. Ihre Anmeldungen
  hierzu nehmen wir gern unter
  Tel.: (035952) 48247 entgegen.


Eintrittspreise

Erwachsene3,00 €
Kinder (8-14 Jahre)1,00 €
Führung (je 10 Personen)5,00 €

Technisches Museum der Bandweberei, Kulturfabrik


Schulstraße 2
01900  Großröhrsdorf
(035952) 48247
(035952) 429545
E-Mail

Stadtverwaltung Großröhrsdorf   Rathausplatz 1   01900  Großröhrsdorf