Weihnachtsgrüße des Bürgermeisters

Es ist üblich, dass der Bürgermeister in der letzten Ausgabe des Rödertal-Anzeigers einen kleinen Weihnachtsgruß an die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Großröhrsdorf übermittelt. Klein auch deshalb, weil man sich unter normalen Umständen immer zum Weihnachtsmarkt ganz oft persönlich trifft und ich auf der Bühne vor dem Rathaus gemeinsam mit dem Weihnachtsmann zu unserem traditionellen Weihnachtsmarkt die Möglichkeit habe, diesen Gruß auch ganz persönlich zu übermitteln.

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Jahr ist alles anders. Corona hat unsere Gesellschaft im Griff. Alles scheint in Stagnation zu verfallen. Die Wirtschaft steht vor enormen Herausforderungen, menschliche Bindungen auch. Das soziale Wesen Mensch ist nicht geschaffen für Lockdowns jedweder Art. Trotz der widrigen Umstände soll daher mein Weihnachtsgruß nicht im Takt der Hiobsbotschaften die negativen Seiten dieses Jahres wieder-holen, sondern eher Abrechnung sein. Abrechnung der Dinge, die gut gelaufen sind in der Stadt und die wir gemeinsam geschaffen haben. Die guten Nachrichten sind die richtigen Nachrichten. Sie bieten die Möglichkeit, die kommende Zeit nicht immer nur negativ, sondern vor allem hoffnungsvoll zu sehen.

Was haben wir also geschafft: Im Straßenbau wurde neben der normalen Riss- und Löchersanierung im gesamten Stadtgebiet mit zugegebenermaßen knappem Budget die Adolphstraße fertiggestellt. Sie wurde im letzten Abschnitt grundhaft ausgebaut, einschließlich der Kanäle und der LED-Straßenbeleuchtung. Ebenso wurde auf der Carl-Rosen-Straßen die komplette Straßendecke erneuert. Auf der Lutherstraße vor unserer Praßerschule wurde im 3. Bauabschnitt der alte Abwasserkanal ausgetauscht und vergrößert, da er kaputt und darüber hinaus viel zu gering dimensioniert war. Im Zuge der Straßenwiederherstellung wurde nicht nur die Kanaltrasse wieder verschlossen, sondern die gesamte Straßendecke und in Teilen der fehlerhafte Unterbau erneuert. Dies hatte sich allerdings erst im Rahmen der Bauausführung ergeben, sodass es deswegen zu Bauzeitverzögerungen kam. Schon zu Anfang des Jahres haben wir in ganz kurzer Zeit einen Fußgängerüberweg für unsere Grundschüler der Praßerschule gebaut. An vielen Stellen wird aktuell Glasfaserkabel verlegt. Diese Maßnahme des Landkreises Bautzen und der Telekom wird von der Bauverwaltung aktiv begleitet. Planmäßig sollte sie zum Jahresende in Großröhrsdorf beendet werden.

Im Ortsteil Bretnig haben wir für ca. 230.000 € Sanierungsarbeiten an der Sporthalle durchgeführt. Leider hatten wir auch hier ein zu knappes Budget, um alle Wünsche zu erfüllen. Ich denke trotzdem, dass die Qualität der Halle wesentlich gesteigert wurde. Ende 2019 wurde die Kegelbahnsteuertechnik bereits für ca. 14.000 € ausgetauscht und in diesem Jahr erhielt der FSV Bretnig-Hauswalde e. V. auf dem Sportplatz unmittelbar nebenan drei neue Garagen für mehr als 21.000 €. Für alle Maßnahmen konnten Fördermittel beschafft werden. An dieser Stelle bedanke ich mich auch bei den vielen ehrenamtlichen Unterstützern, die mit Tatkraft und im Falle der Garagen auch mit finanzieller Unterstützung des Sportvereins diese Maßnahmen ermöglicht haben. Schlussendlich wurde im Ortsteil Bretnig noch das Kriegerdenkmal für ca. 2.400 € saniert.

Erwähnenswert ist auch, dass 2020 ein historisches Jahr für die Schulwegsicherheit unserer Kinder ist. Endlich wurde nach jahrelanger unermüdlicher Intervention vieler Eltern und unzählbar vielen Gesprächen der Fußgängerüberweg an der „Klinke“ fertiggestellt. Man möchte fast eine feierliche Einweihung planen, allerdings würde ich davon lieber ab-sehen, da die Geschichte dann doch eher an einen Schildbürgerstreich erinnern könnte.

Im Ortsteil Hauswalde wurde Ende vergangenen Jahres der Schlamm-fang im Buschmühlbad erneuert und hoffentlich noch bis Ende dieses Jahres das Ablassbauwerk an der Buschmühle instand gesetzt. Erst beim Ablassen und Abbau des alten völlig verrosteten Gestells wurde das wahre Ausmaß des Verfalls sichtbar. Ich konnte kaum glauben, dass der Rest der morschen Bretter noch die Kraft hatte, die Buschmühle vor dem Auslaufen zu bewahren. Was lange währt, wird gut und deshalb freue ich mich, dass wir unter Einsatz von Fördermitteln in Kooperation mit Ohorn und mit Unterstützung unserer Technischen Dienste aus Großröhrsdorf dieses Projekt angehen konnten. Wir werden voraus-sichtlich noch in diesem Jahr „Hartmanns Gasthof“ in das Eigentum der Stadt überführen und hoffentlich zu Beginn des kommenden Jahres abreißen können. Das wird ca. 270.000 € kosten, ist aber unabdingbar für die Sicherheit unserer Bürger, vor allem unserer Kleinsten, die jeden Tag unmittelbar an diesem Gebäude vorbei zu ihrer Kita gehen.

Die Kindertagesstätten in Bretnig und Hauswalde werden ab dem kommenden Jahr einen neuen Träger, die Stiftung Pro Gemeinsinn in Sachsen gGmbH, haben. Das Auswahlverfahren und die Vertragsver-handlungen haben wir mit großer Elternbeteiligung und gemeinsam mit Stadt- und Ortschaftsrat 2020 abgeschlossen.

2020 war auch das Jahr der Röderberäumung. Vor allem in Bretnig-Hauswalde sind viele zugewachsene Gewässerabschnitte kosten- und zeitintensiv unter Einbeziehung von Fachfirmen, aber auch durch den technischen Dienst der Stadt, beräumt worden.

Wir haben die Turnhalle der Praßerschule energetisch saniert, haben die Planung des Neubaus der Kita Bummiland abgeschlossen und werden zu Beginn des Jahres 2021 mit dem Bau starten können. In der Schlussrunde ist auch die Planung unseres Hallenneubaus am Sport-areal in Großröhrsdorf. Hier erhoffen wir uns schon im kommenden Jahr die Bewilligung von Fördermitteln. Der Bau wird ca. 4.500.000 € kosten und stellt unsere finanziellen Möglichkeiten auf eine harte Probe.

Begonnen haben wir 2020 auch mit der Bearbeitung des Stadtentwicklungskonzeptes. Dieses ist fortzuschreiben und die Ortschaft Bretnig-Hauswalde aufzunehmen. Es soll der Fahrplan für die Entwicklung unserer Stadt in den kommenden 15 Jahren sein. Alle Bürger sind auf-gerufen, sich aktiv daran zu beteiligen.

Im Bereich der Verwaltungsmodernisierung gehen wir aktiv den Weg der Digitalisierung. Es ist aktuell schon möglich, einen Hund von zu Hause aus anzumelden und bis Jahresende werden wir auch die Gewerbemeldungen virtuell anbieten. Dann ist es nicht mehr notwendig, zu den Öffnungszeiten des Rathauses persönlich vorstellig zu werden. Wer das möchte, kann das aber auch weiterhin tun.

Mit Wirkung zum 01.01.2020 wurden in der Ortschaft Bretnig-Hauswalde die Grund- und Gewerbesteuern gesenkt. Nun zahlen alle Bürgerinnen und Bürger in der gesamten Stadt einen einheitlichen Satz. Damit ist nun auch der letzte Schritt der Eingliederung der Gemeinde Bretnig-Hauswalde vollzogen, verbunden mit einer Entlastung für Einwohner und Gewerbetreibende. Für die gesamte Stadt sind weiterhin zum 01.01.2020 die Straßenausbaubeiträge abgeschafft worden, mit denen die Stadt vorher betroffene Anwohner an den Kosten einer Straßensanierung beteiligt hatte.

Nunmehr 3 Jahre halten wir die Elternbeiträge für unsere Kindertageseinrichtungen stabil, trotz erheblich gestiegener Kosten. Ein Kraftakt, wenn man bedenkt, dass ca. jeder 4. Euro unserer gesamten Einnahmen der Stadt in die Kinderbetreuung fließt.

Die Attraktivität unserer Stadt und die dynamische Entwicklung führen auch dazu, dass private und unternehmerische Investitionen in Großröhrsdorf getätigt werden. Beispielhaft seien hier die Wohnbauentwicklung, der Ausbau der Firma Southwall, die Ansiedlung der Hellerauer Werkstätten, bald auch in der „Schüco-Halle 1“ Bombardier Transportation, vor allem aber die Sanierung alter Gebäude, wie das Lehrlingswohnheim oder das ehemalige Kulturhaus genannt. Ebenfalls nicht unbemerkt dürfte die Ansiedlung einer neuen Rossmann-Filiale sein, welche von vielen seit langem gewünscht wurde. Sämtliche Bauvorhaben werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bauverwaltung, dem Technischen Ausschuss und oft auch dem Stadtrat begleitet.

All dies ist Ausdruck unserer Attraktivität und zeigt das Potenzial, das noch in unserer Stadt steckt.

Wir sind an vielen Stellen noch nicht dort, wo wir sein wollen. Ich denke da an den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung, den Ausbau der Oberschule und des Gymnasiums, der Sanierung von Straßen und Brücken, der Erweiterung des Sportangebotes bzw. der Hallenkapazitäten oder auch der Verwaltungsmodernisierung. Wir gehen aber jeden Tag konsequent ein Stück des Weges, um diese Ziele zu erreichen. Manches braucht doch einen langen Atem.

An dieser Stelle möchte ich mich beim Stadtrat Großröhrsdorf bedanken, für eine parteiübergreifend ausgezeichnete und vor allem faire Zusammenarbeit. Danke auch an meine Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung für das Geleistete. Ich wünsche allen Einwohnerinnen und Einwohnern, Groß und Klein trotz der Umstände ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2021.

Ihr Stefan Schneider
Bürgermeister

Weihnachtsgrüße

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